Umgang mit chinesischen Gesprächspartnern

Deutsche und chinesische Umgangsformen sind sehr unterschiedlich.
Was soll im Umgang mit chinesischen Gesprächspartnern beachtet werden um zu vermeiden,
dass das, was Sie eigentlich kommunizieren möchten anders interpretiert oder gar falsch verstanden wird?
Hier einige grundlegende Regeln aus meinen Beobachtungen.
Begrüßung
Zuerst wird der Delegationsleiter oder die ranghöchste Person begrüßt, dann erst die Damen oder die Personen, die Ihnen am nächsten stehen. Denken Sie daran, dass China eine hierarchische Gesellschaft ist.
Chinesische Namen
Um zu vermeiden, dass Sie Ihren chinesischen Gesprächspartner fälschlicherweise mit dem Vornamen anstatt mit dem Familiennamen ansprechen, sollten Sie darauf achten, dass bei einem chinesischen Namen der Familiename an der ersten Stelle steht, dann folgt der Vorname (wie die bayerische Gewohnheit: Maier Sepp). Der Familiename besteht normalerweise aus einem Schriftzeichen, wie z.B. 王 (Wang), 李 (Li), oder 刘 (Liu). Deren Anzahl ist begrenzt. Der Vorname besteht aus ein bis zwei Schriftzeichen. Es gibt keine festgelegten Vornamen wie im Westen, jede Person hat ihren ganz individuellen Namen.
Händeschütteln
Obwohl Händeschütteln keine traditionelle chinesische Begrüßungsart ist, wird heutzutage bei offiziellen Anlässen und in der Geschäftswelt die Hand gegeben oder diese Geste erwidert. Der Händedruck Ihres chinesischen Gesprächspartners kann Ihnen ungewohnt kraftlos vorkommen, was aber keine negative Bedeutung hat.
Visitenkarten
Kaum hat man sich kennengelernt, möchten chinesische Gesprächspartner mit Ihnen Visitenkarten austauschen. Visitenkarten sind im Umgang mit Chinesen ein Muss. Sie haben in China einen besonderen Stellenwert und geben den Rang und die soziale Stellung des Inhabers wieder. Visitenkarten sollten persönlich und mit beiden Händen überreicht werden. Das drückt Respekt und Höflichkeit gegenüber dem Gesprächspartner aus. Nehmen Sie genügend Visitenkarten mit, denn jeder Gesprächsteilnehmer möchte eine haben. Ihre Visitenkarte sollte zweisprachig sein, Chinesisch/Deutsch oder Chinesisch/Englisch.
Augenkontakt
In Europa empfindet man es als unhöflich beim Gespräch sein Gegenüber nicht anzuschauen. Augenkontakt bedeutet, dass man seinen Gesprächspartner ernst nimmt. Anders in China: Zu langer Blickkontakt kann Unwohlsein beim Gesprächspartner hervorrufen und könnte als bedrohlich empfunden werden besonders wenn ein Mann sich einer Frau gegenüber so verhält.
Getränke
Wenn Sie chinesischen Gesprächspartnern Getränke während eines Meetings anbieten möchten, offerieren Sie neben den westlichen Standardgetränken wie Kaffee und Softdrinks unbedingt auch Tee und viel heißes Wasser. Heißes Wasser wird in China in großen Mengen konsumiert, auch um den selbst mitgebrachten Tee aufzubrühen. Beim Angebot von Mineralwasser sollte genügend Wasser ohne Kohlensäure vorhanden sein. Wasser mit Kohlensäure wird in China nur selten getrunken.
Geschenke
Von Ihren chinesischen Gesprächspartnern werden Sie oft Geschenke erhalten, die Sie mit Geschenken erwidern sollten. Wenn Sie ein verpacktes Geschenk erhalten, sollten Sie es nicht gleich vor dem Geber öffnen, da dies als gierig gedeutet werden könnte. Es sei denn, Sie werden dazu aufgefordert.
Lautes Schnäuzen
Achten Sie darauf, in Anwesenheit von chinesischen Gesprächspartnern sich nicht laut zu schnäuzen. Solche Geräusche sind für Chinesen befremdend.
Verabschieden
Begleiten Sie Ihre chinesischen Gäste bei der Verabschiedung zum Ausgang oder zum Fahrzeug. Das drückt dem Gast gegenüber Wertschätzung und Höflichkeit aus.

Vertiefende Informationen zur chinesischen Kultur und Psyche und zu den Spielregeln im geschäftlichen Umfeld vermittle ich Ihnen gerne zur gezielten Vorbereitung Ihrer Verhandlungen und bei Ihren Chinareisen.